swot-2019

10. Südwestfälischer Oberflächentag

Volles Haus verzeichneten SIHK und Deutsche Gesellschaft für Galvano- und Oberflächentechnik (DGO) kürzlich bei der 10. Auflage des Südwestfälischen Oberflächentages (SWOT) in Hagen. „Auch diesmal sind neben vielen bekannten auch wieder neue Gesichter dabei“, freute sich Guido Bruch, Leiter der Iserlohner DGO-Bezirksgruppe. Die Idee, Praktikern sowie Fach- und Führungskräften ein Forum zu bieten, geht seit 2010 auf. Knapp 70 Personen aus der näheren und weiteren Umgebung des Kammerbezirks haben auch in diesem Jahr wieder an der Veranstaltung im Hagener SIHK-Gebäude teilgenommen.

Ein Grund für die gute Resonanz ist die Bedeutung der Branche. „Wir sind weltweit mit führend in der Oberflächentechnologie“, so SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat in seiner Begrüßung. Es ist eine starke Industrie, die sich EU-weiten Regeln zu stellen hat. SWOT-Moderator Dr. Sven Hering von der Metoba Metalloberflächenbearbeitung GmbH: „Wir werden mit immer mehr Regulierungen konfrontiert, die immer schwerer zu stemmen sind.“ Mit dieser Problematik im Blick hatte SIHK-Organisator Claus Hegewaldt gemeinsam mit den Herren Dr. Hering und Bruch ein Informationsprogramm mit fünf Referenten zusammengestellt.

Was industrie-, energie- und umweltpolitisch auf der Agenda steht, zeigte DIHK-Referent Mark Becker auf. Er stellte unter anderen fest: Bei der Technologie- und Qualitätsführerschaft „schmilzt der Vorsprung“. Mit Blick ins Reich der Mitte fragte ein Tagungsteilnehmer: „Wie sollen wir führend bleiben, wenn anderswo die Industrie ganz anders unterstützt wird?“ Der DIHK-Mann motivierte seine Zuhörer*innen gegenüber Politik und Öffentlichkeit offensiver zu sein. „Vielleicht sind wir manchmal etwas zu brav; wer am lautesten schreit“, so Becker, dessen Anliegen hätten oft gute Chancen, in politischen Entscheidungsprozessen Berücksichtigung zu finden. Und: „Wenn Sie mit Zahlen, Daten und Fakten auftreten, dann tut sich auch was.“ Eine weitere Empfehlung: Gegenüber Medien die Problemstellungen konkret aufzeigen.

Dr. Martin Kleban von der Lanxess Deutschland GmbH stieß ins gleiche Horn. In seinem Referat zur Chromtrioxid-Zulassung merkte auch er Grundsätzliches an: „Allgemeines klagen hilft nicht. Identifizieren Sie, wer im Bund, im Land und in der EU ihre Interessen vertritt und schildern Sie dort Ihre Situation. Wir haben gesehen, dann bewegt sich was.“ Hilfreich sei auch eine offensivere Öffentlichkeitsarbeit, um die Veränderung technischer Verfahren aufzuzeigen. „Die Suche nach Alternativen ist viel weiter fortgeschritten, als in der Zeitung steht“, nannte Kleban als Beispiel.

Wer Forschung und Entwicklung betreibt, hat in deutschen Landen Chancen auf attraktive finanzielle Förderung. Dr. Daniel Meyer von der DGO informierte, wie mit Fördermitteln Projekte gestartet werden können, die die Produktionsverfahren verbessern. Seine Einladung: „Wenn Sie ein spannendes Thema haben, kommen Sie auf uns zu.“

Forschung und Entwicklung geht auch ohne Fördermittel. Dr. Jens Riedel von der Detmolder Weidmüller Interface GmbH hatte als Innovationsbeispiel „Maßnahmen gegen Wasserstoffversprödung“ mitgebracht. Das kann durchaus spannend sein. Bilder zeigten eine Flughafenrollbahn mit einem Flugzeug in deutlicher Schieflage. Grund: Wasserstoffversprödung im Fahrwerk.

Spannende Bilder und einen informativen Bericht gab es auch von Dominik Malecha vom Lüdenscheider Kunststoff-Institut. Er zeigte wie künftig Haushaltsgeräte, Bad-Armaturen, PKW-Cockpits und Elektro-Autos ausschauen könnten. Die SWOT-Teilnehmer nahmen für´s Zukunftsthema E-Mobilität die Erkenntnis mit nach Hause: Es werden weniger verchromte Teile benötigt.

Text und Bild: Uwe Tonscheidt, Werdohl