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Wie das Unternehmen Metoba weibliche Fachkräfte für technische Berufe gewinnt und bindet

Mutter sein und im Schichtdienst arbeiten, flexibel sein für Familie und Beruf – wie das geht, zeigt das Beispiel des Unternehmens Metoba, Spezialist für Metalloberflächenbearbeitung. In dem mittelständischen Familienunternehmen setzt man seit 2005 auf flexible Arbeitszeitmodelle. Seitdem gelingt es der Firma, gut ausgebildete weibliche Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu halten, auch über die Elternzeit hinaus. Geschäftsführer Dr. Sven Hering betont den Vorteil für sein Unternehmen: „Im internationalen Wettbewerb haben wir durch die flexiblen Arbeitszeitmodelle die Nase vorn, weil wir viele Frauen in technische Berufe einbinden können und dadurch sehr viel Know-how im Unternehmen haben.“

Mehr Flexibilität: individuelle Arbeitszeiten und Arbeitszeitkonten

Mit dem flexiblen Arbeitszeitmodell haben alle Beschäftigten die Möglichkeit, ihre Arbeitszeiten individuell festzulegen. Sie können zwischen Früh- und Spätschicht wählen, Gleitzeit in Anspruch nehmen (unter Beachtung festgelegter Kernzeiten bzw. bereichsspezifischer Funktionszeiten) oder auch individuelle Arbeitszeiten vereinbaren, je nach Familienphase. Auch eine zeitweise Freistellung von der Arbeit ist möglich, ebenso wie Teilzeitarbeit, wenn es die betrieblichen Abläufe zulassen.

Spezielle Arbeitszeitkonten helfen zusätzlich, die Fachkräfte an das Unternehmen zu binden. Vanessa Schürmann ist Galvaniseurin bei Metoba und alleinerziehende Mutter einer achtjährigen Tochter. Sie hat im Unternehmen bereits ihre Lehre gemacht. Nach drei Jahren Elternzeit ist sie wieder Vollzeit in ihren Beruf zurückgekehrt und arbeitet auch wieder im Schichtdienst: „Die flexible Arbeitszeit ist für mich praktisch, weil ich jederzeit von der Arbeit weg und zu meinem Kind kann. Ich hole die Arbeit dann dementsprechend nach, arbeite am Samstag oder bleibe länger.“ Die Beschäftigten können bis zu 50 Stunden Arbeitszeit ansparen und bei Bedarf, z. B. im Notfall oder in den Schulferien, einlösen. Auch ein Minus von bis zu 20 Stunden ist mit dem Arbeitszeitkonto möglich. Der Betriebsrat erhält eine monatliche Übersicht zu den individuellen Kontoständen der Beschäftigten und greift in Ausnahmefällen regulierend ein. Die genaue Handhabung der flexiblen Arbeitszeit ist in einer Betriebsvereinbarung geregelt.

Auch während der Elternzeit den Anschluss behalten

Für die meisten Frauen bedeutet die Elternzeit, den Beruf für einige Zeit komplett ruhen zu lassen. Damit die Frauen während der Elternzeit den Anschluss an das Unternehmen nicht verlieren, bietet Metoba die Möglichkeit, bei Krankheit oder Urlaub von Kolleginnen oder Kollegen gelegentlich stundenweise im Betrieb auszuhelfen. Auch werden die Mütter in Elternzeit zu laufenden Fortbildungsveranstaltungen und zu betrieblichen Veranstaltungen eingeladen – die Teilnahme ist natürlich freiwillig. Patenschaften zwischen Müttern und Kolleginnen und Kollegen, mit denen sie sich bereits während der Arbeitzeit gut verstanden haben, sorgen dafür, dass der Wiedereinstieg leichter fällt.

Das Fazit von Dr. Sven Hering: „Das Angebot wird sehr gut angenommen, wenngleich es nicht alle Mitarbeiter benötigen. Aber bei denen, die es benötigen, trifft es auf sehr positive Resonanz.“

Quelle:
Das Portal zur Fachkräfte-Offensive
(siehe Link)